Anpassungsfähig für den Personenverkehr

Der Einsatz im Personenverkehr erfordert im Vergleich zum Güterverkehr zusätzliche Vorkehrungen. So muss z. B. die Versorgung des Wagenzuges mit Energie sichergestellt werden, der Wendezugbetrieb und die Abfertigung des Zuges möglich sein, sowie eine Zulassung für das Befahren langer Tunnel vorliegen. Und letztendlich müssen die Lokomotiven eine Leistung aufweisen, die dem Einsatzfall bestmöglich gerecht wird. Vectron bietet für alle diese Anforderungen eine Lösung.

Geschwindigkeiten von 160 bis 200 km/h problemlos möglich

Mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h als Standard ist die Elektrovariante des Vectron sowohl im Fracht- als auch im Regioverkehr ideal einsetzbar – und das serienmäßig ohne höhere Wartungskosten, ohne auf die hohe Anfahrzugkraft im Frachtverkehr zu verzichten! Sollte ein Einsatz im schnellen Personenverkehr absehbar bzw. geplant sein, ist eine Geschwindigkeit bis 200 km/h erforderlich. Das innovative Drehgestell des Vectron macht eine leichte Umrüstung möglich. Im Sinne einer maximalen Fungibilität kann der Vectron zudem schon von Anfang an für eine einfache spätere Hochrüstung bestellt werden – dann wird bereits bei der Auslieferung die für 200 km/h passende Frontscheibe geliefert.


Leistungsfähige Varianten für den Regio- und Intercityverkehr

Vectron bietet für jede Anforderung eine optimale Lösung: Der Regionalverkehr mit einer maximalen Geschwindigkeit von in der Regel 160 km/h erfordert eine niedrigere Radleistung als der schnelle Personenverkehr mit 200 km/h. Mit 5.600 kW sind der Vectron AC mittlerer Leistung und der Vectron DC für den Einsatz im Regionalverkehr optimal geeignet. Die 6.400 kW starken Vectron MS und Vectron AC hoher Leistung eignen sich ideal für den schnellen Personenverkehr.

Einsatzbereit für den uneingeschränkten Tunnelbetrieb

In vielen Ländern wird schneller Personenverkehr auch auf Neu- und Ausbaustrecken mit oftmals sehr langen Tunneln abgewickelt. Um diese befahren zu dürfen, müssen die Anforderungen nach Kategorie B der TSI SRT (Sicherheit in Eisenbahntunneln) eingehalten werden. Viele der dort genannten Anforderungen sind aus der TSI HS RST für Fahrzeuge im Hochgeschwindigkeitsverkehr übernommen. Da der Vectron mit einer maximalen Geschwindigkeit von 200 km/h in den Geltungsbereich dieser Vorschrift fällt, werden diese Anforderungen von vorneherein erfüllt. So ist zum Beispiel gefordert, dass die Führerhausrückwand 15 Minuten Widerstand gegen Feuer bietet.

Optionale Fahrgastinformation

Für den Passagierverkehr steht für den Vectron ein optionales Fahrgastinformationssystem zur Verfügung. Dieses beinhaltet eine Zugzielanzeige, eine Ansagemöglichkeit durch das Zugpersonal und eine Notrufmöglichkeit für die Fahrgäste. Die Funktionalität ist auf das überwiegend in Deutschland eingesetzte Wagenmaterial abgestimmt. Da es in Europa eine große Zahl unterschiedlicher Kommunikationsprotokolle gibt, ist hier im Einzelfall eine Abstimmung der Anforderungen erforderlich.

Lösung für Zug-Energieversorgung

Für den Einsatz im Personenverkehr ist eine Zug-Energieversorgung notwendig. Diese ist bei den elektrischen Vectron-Lokomotiven generell vorhanden. Der Vectron DE kann optional mit einer Zug-Energieversorgung, oft auch Zugheizeinrichtung genannt, ausgerüstet werden. Diese wird vom Zwischenkreis des Stromrichters versorgt. Dadurch kann beim Bremsen die elektrische Energie aus den Fahrmotoren zur Versorgung des Wagenzuges verwendet werden. Somit wird Kraftstoff gespart und die Umwelt geschont.

Modulare Zugsteuerung

Bei Vectron steht für den Wendezugbetrieb das Verfahren ZWS, für die Mehrfachtraktion von Zugteilen das Verfahren ZMS zur Verfügung. Zusätzlich kann ein Wendezugbetrieb bzw. eine Mehrfachtraktionssteuerung mit WTB nach dem österreichischen Fernsteuerkonzept ermöglicht werden. Als Abfertigungsverfahren stehen TB0, SAT und TAV zur Verfügung. Im Personenverkehr ist eine Seitenabfahreinrichtung ein geschätztes Hilfsmittel für den Triebfahrzeugführer. Ergonomisch neben dem Seitenfenster angebracht, erlaubt sie dem Triebfahrzeugführer eine Beobachtung des Zuges bei der Abfahrt.