Lokomotivenwerk München heute

Vectron wird im Siemens Lokomotivenwerk in München-Allach gefertigt. Innerhalb von Siemens Rolling Stock ist das Werk München das Leitwerk für Lokomotiven und Kompetenzzentrum für die Stahlfertigung. Unter Nutzung modernster Produktionstechnologien sowie einer hochflexiblen Montage auf Basis des Siemens-Produktionssystems entstehen Lokomotiven mit höchstem Nutzen für unsere Kunden und die Umwelt.

Standort München

In München-Allach entstehen auf 24.500 Quadratmetern überdachter Produktionsfläche die Lokomotiven von Siemens. Hier durchläuft ein Fahrzeug die Phasen Fertigung, Montage und Inbetriebnahme. Auch ein Teil der Entwicklungsarbeiten erfolgt in München. Insgesamt sind am Standort ca. 700 Mitarbeiter beschäftigt.

Entwicklung

Unter Anwendung modernster Konstruktions- und Berechnungswerkzeuge setzen unsere Ingenieure die Anforderungen des Marktes, der Kunden sowie die Vorgaben aus Normen und Zulassungsanforderungen in marktgerechte Produkte um. Im heutigen Marktumfeld sind zusätzlich Zielkostenableitungen, Umweltaspekte und Life Cycle Costs weitere Eingangsgrößen im Entwicklungs- und Konstruktionsprozess.

Fertigung

Die Wagenkastenfertigung ist eine Kernkompetenz unseres Münchner Werks. Neben dem konventionellen Schweißen setzen wir Roboterschweißanlagen in unserer Stahlfertigung ein.

Lackierung

Die Lackieranlage ist auf die Verarbeitung umweltfreundlicher, wasserbasierter Lacksysteme ausgerichtet. Hier erhalten die Wagenkästen ihr ebenso dauerhaftes wie ansprechendes Äußeres gemäß der Gestaltungswünsche unserer Kunden.

Vormontage

Eine weitere Kernkompetenz des Werkes ist die Montage von Baugruppen wie zum Beispiel des Kabel- und Rohrkanals.

Endmontage

In der nach dem Siemens Produktions System (SPS) effizient gestalteten Endmontage werden Wagenkästen, Großkomponenten wie zum Beispiel Stromrichter, Transformatoren (beide aus Siemenswerken in Nürnberg) und Drehgestelle (aus dem Siemens-Kompetenzzentrum für Fahrwerke in Graz) sowie weitere im Werk gefertigte Komponenten (z. B. Frontend, Rohr- und Kabelkanal) zu kompletten Lokomotiven montiert – mit anschließender Montageendprüfung.

Test und Inbetriebsetzung (IBS)

Vor der Übergabe an den Kunden wird jede Lokomotive einer Reihe von Prüfungen unterzogen. Diese lassen sich in stationäre und dynamische Tests unterscheiden. Zusätzlich erfährt jeder neue Lokomotiventyp eine Reihe von Typprüfungen.

 

Stationäre IBS

Für Tests und Inbetriebsetzung stehen in der Inbetriebssetzungshalle folgende Spannungssysteme zur Verfügung:

  • 1,5 kV DC

  • 3 kV DC

  • 15 kV 16 2/3 Hz

  • 25 kV 50 Hz


Dynamische IBS

Für Fahr- und Bremsübungen steht im Werk München 450 m Testgleis zur Verfügung. Auch dort kann eine Versorgung elektrischer Lokomotiven mit den vier oben genannten Spannungen erfolgen. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 40 km/h. Derzeit können Loks folgender Spurweiten auf dem Testgleis fahren: 1.000 mm, 1.067 mm, 1.435 mm und 1.668 mm.

Dichtigkeitsprüfungen und andere Tests

Für Dichtigkeitsprüfungen steht eine Berieselungsanlage zur Verfügung. Weitere Testmöglichkeiten für die Typprüfungen stehen uns im Siemens-eigenen Prüf- und Validationcenter Wegberg-Wildenraht zur Verfügung.


Betrieb

Der Betrieb der Lokomotiven beim jeweiligen Kunden wird einer Produktbeobachtung unterzogen. Dazu erfolgt eine Felddatenerfassung und -analyse, deren Ergebnisse in die Neu- bzw. Weiterentwicklung unserer Produkte einfließen. Je nach Bedürfnislage der Kunden kann ein breites Portfolio an Service-Leistungen im Rahmen von Vectron Railcover den Betrieb der Lokomotive unterstützen.