Der Lokomotivenbau in München im Rückblick

Ein kurzer Abriss der bewegten Geschichte des Münchner Lokomotivenbaus.

1841 – Der Münchener

In München werden seit 1838 Lokomotiven gebaut. Im Jahr 1841 liefert J. A. Maffei seine erste Lokomotive. Ihr Name: Der Münchener. 1864 wird bereits die 500ste Lok, im Jahre 1900 die 2.000ste Lok ausgeliefert.

1867 – Die Landwührden

Die zweite Münchner Lokfabrik, die durch G. Krauss gegründet wurde, begann 1867 mit dem Bau von Lokomotiven. Der Name der ersten Lok lautet: die Landwührden. Während 1882 die 1.000ste Lok geliefert wird, ist es im Jahre 1923 bereits die 8.000ste Lok.

1908 – Die bayerische S3/6

Nach Meinung vieler Fachleute ist die bayerische S3/6 die schönste je in Deutschland gebaute Dampflokomotive. Auch sie stammt aus dem Hause Maffei. Die erste Lokomotive verlässt 1908 die Werkshallen.

1913 – Werks-Neubau in München-Allach

1913 beginnt bei Krauss die Planung zum neuen Werk in München-Allach. Der erste Bauabschnitt wird 1922 beendet.

1935 – Umzug nach Allach

Im Jahr 1931 übernimmt Krauss den Lokomotivbau von Maffei und wird zur Lokomotivfabrik Krauss&Comp. – J.A. Maffei AG. Bis 1935 ist der Umzug nach Allach abgeschlossen – und auch der Bau des Werks wird zwei Jahre später weitgehend beendet. In den folgenden Jahrzehnten verlassen Lokomotiven das nunmehr einzige Lokomotivwerk in München in alle Welt.

1935 – Erste dieselhydraulische Großlokomotive V140

Die erste dieselhydraulische Streckenlokomotive verlässt das Werk. Bei der V140 handelt es sich um die erste Anwendung der hydraulischen Kraftübertragung im Leistungsbereich über 1.000 kW. Die Konstruktion der V140 war richtungsweisend für die weitere Entwicklung von Diesellokomotiven.

1953 – Die Streckenlokomotive V200

Die Baureihe V200 ist eine der ersten Diesel-Streckenlokomotiven aus dem Neubau-Lokomotivenprogramm der Deutschen Bundesbahn. 1953 gebaut, entspricht ihre Optik dem typischen Industriedesign der 50er Jahre.

1957 – Die E10-Serie

Nach dem Bau von fünf Vorserienlokomotiven wird die Serienproduktion auf Basis einer Konstruktion von Siemens für den elektrischen Teil und Krauss-Maffei für den mechanischen Teil begonnen. Die Lokomotiven werden ab 1957 ausgeliefert. Die E10 ist die erste Ausprägung der Familie der Einheitslokomotiven der Deutschen Bundesbahn. Die letzte Lok der Familie der auf der E10 basierenden Einheitslokomotiven wird 1984 geliefert.

1989 – Der erste ICE 1 Triebkopf

Am 26.9.1989 hat der erste ICE-1-Triebkopf für die Deutsche Bahn in München seinen Rollout. Im Konsortium der deutschen Bahnindustrie erfolgen der Wagenkastenrohbau sowie die Montage der Triebköpfe. Der ICE 1 ist der erste in Serie gefertigte Hochgeschwindigkeitszug in Deutschland.

1990 – Beginn einer engeren Zusammenarbeit

Anfang der 1990er Jahre beginnt eine enge Zusammenarbeit zwischen Krauss-Maffei und Siemens, die letztlich in der Integration des Lokomotivenbaus in die Siemens AG mündet. Ergebnisse dieser Kooperation finden Sie hier: