Vectron – das Drehgestell

Das Drehgestell ist entsprechend den Anforderungen des Betreibers und entsprechend den Anforderungen des Einsatzgebietes konfigurierbar. So können zum Beispiel Antennenpakete für die verschiedensten europäischen Korridore wahlweise angebaut werden; Sandung, Spurkranzschmierung und Achsgeberbelegung sind je nach Bedarf konfigurierbar. Darüber hinaus erlauben lieferantenneutrale Schnittstellen der Bremskomponenten den Einsatz von Komponenten zweier Hersteller.

Neben dem Drehgestell für 1.435mm Normalspur kann auch eine Variante des Drehgestelles für den Einsatz in Breitspurnetzen bis 1.668 mm zum Einsatz kommen.

Der Drehgestellrahmen

Der Drehgestellrahmen besteht aus geschlossenen, geschweißten Kastenprofilen und setzt sich aus zwei Langträgern, einem Mittelquerträger und zwei Kopfträgern zusammen. Er wird fast vollständig unter Einsatz von Robotern geschweißt. Im Rahmen werden keine Guss- oder Schmiedeteile verbaut.

Die Radsätze

Die Radsätze bestehen aus gewalzten Monobloc-Radscheiben und geschmiedeten Radsatzwellen. Eine Hohlbohrung ermöglicht die Ultraschallprüfung. Der lange Radsatzstand gewährleistet einen stabilen Fahrzeuglauf bei hoher Geschwindigkeit und bei hohen äquivalenten Konizitäten. Ein Radsatz kann ohne Anheben der Lok einfach mit Hilfe einer Achssenke getauscht werden.

Die Radsatzführung

Als Radsatzlager werden wartungsfreie, in sich gedichtete Kompaktrollenlagereinheiten eingesetzt. Das Radsatzlagergehäuse ist ein masseoptimiertes Stahlgussteil. Der Radsatzlagerdeckel ist für die Aufnahme von Erdungskontakten und Drehzahlgebern geformt. Die einzigartige Radsatzführung mit Dreieckslenker sorgt für eine radiale Einstellung der Achsen. Dadurch werden geringe Bogenführungskräfte und somit minimaler Verschleiß und exzellente Laufeigenschaften im Bogen erreicht.

Die Sekundärfederstufe

Als Sekundärfederstufe dienen vier Schraubendruckfedern, die paarweise quer zur Fahrtrichtung angeordnet sind. Elastomer-Schichtfedern zwischen dem Obergurt des Fahrwerks und den Stahlschraubenfedern der Sekundärfederstufe dienen zur elektrischen Isolierung, zur Körperschallentkopplung und zur Reduzierung des Ausdrehwiderstandes und damit zur Verschleißminimierung. Hydraulische Dämpfer dämpfen die Vertikal-, Quer- und Schlingerbewegung. So sorgen sie für einen sicheren und stabilen Fahrzeuglauf im gesamten Geschwindigkeitsbereich. Optional kann zur weiteren Minimierung der Radschienenkräfte und zur Reduzierung des Radverschleißes der aktive Drehdämpfer eingebaut werden.

Der Drehzapfen – die bewährte Längskraftübertragung

Die Übertragung der Längskräfte erfolgt nach dem vielfach bewährten Prinzip der Kraftübertragung mittels Drehzapfen. Der Vierkant-Drehzapfen ist am Untergestell des Wagenkastens angeschweißt. Er taucht tief in das Drehgestell ein und ermöglicht so die optimale Zugkraftausnutzung des Fahrzeugs. Gummi-Metallelemente im Querträger übertragen die Längskräfte auf den Drehzapfen. Elastische Queranschläge begrenzen den Querweg. Bei dieser Art der Kraftübertragung wird ein optimaler Kraftfluss vom Radsatz über den Radsatzlenker mit minimalen Wegen zum Drehgestellquerträger erreicht. Mit der Kraftübertragung über Drehzapfen können dank der Symmetrie identische Laufeigenschaften in beide Fahrtrichtungen garantiert werden.

Die Bremse

Es besteht die Möglichkeit schnittstellenneutrale Bremsausrüstungen von zwei unterschiedlichen Lieferanten einzubauen. Radscheiben und Drehgestellrahmen sind so gestaltet, dass Bremsscheiben und Kompaktbremszangen von zwei Lieferanten verwendbar sind. Diese Zweilieferantenstrategie bietet Flottenbetreibern mehr Flexibilität. Als Betriebsbremse dienen Kompaktbremszangen mit Radbremsscheiben an jedem Rad, die sich durch ihre minimale Geräuschentwicklung auszeichnen. Die Haltebremse besteht aus Federspeicherbremsen an je einer Bremseinheit pro Achse.

Spurkranzschmierung und Sandung

In der Grundausführung sind die Achsen eins und vier wegabhängig geschmiert und gesandet. Optional können alle vier Achsen geschmiert bzw. gesandet werden. Die Sandkästen sind am Wagenkasten-Untergestell angeordnet, die Sandungsrohre sind am Drehgestell befestigt.

Das Antennenkonzept

Optional ist die Ausstattung mit Zugsicherungseinrichtungen entsprechend den Anforderungen des Betreibers möglich. Zusätzlich erfolgt der Anbau aller notwendigen Geber.