Härtetest bei Hector Rail

Hectron Rail setzt auf Lokomotiven des Typs ES64F4, die mit ADD ausgestatten sind. Sie transportieren Güter zu den großen Eisenbahnknotenpunkten in Schweden (Hallsberg) und Deutschland (Maschen). Dort schließen sich die Wagen an die Transportsysteme der nationalen Eisenbahnbetreiber sowie anderen Ganzzüge an, um die Bestimmungsstationen in ganz Europa zu erreichen. Eine Aufgabe, die kritische Streckenkonditionen, extremes Klima, maximale Anhängelast bedeutet.

Hintergrund

Der Schwedische Eisenbahnbetreiber Hector Rail wurde 2004 gegründet und hat sich schnell als kompetenter Traktionsanbieter für den Güterverkehr etabliert. Einer der Hauptkunden von Hector Rail ist das Transport-und Logistikunternehmen ScandFibre Logistics AB. ScandFibre Logistics AB entwickelt und offeriert Transport- und Logistikdienste für die schwedische Holzindustrie. Die Haupttätigkeit liegt im Betreiben und Weiterentwickeln der eigenen Eisenbahnsysteme Rail 99 und Rail 07. Hector Rail ist ein Teil des Rail 99 Transportprogramms der ScandFibre Logistics.

ES64F4 Hochleistungs-Lokomotive

Hector Rail kaufte im November 2005 zwei elektrische Hochleistungs-Lokomotiven des Typs ES64F4 aus der Siemens Eurosprinter-Familie. Die Lokomotiven gingen im Mai 2006 als Baureihe HR441 in Betrieb und wurden nach kurzer Zeit auf der Strecke Piteå - Hallsberg eingesetzt. Dort beförderten sie bis vor kurzem Ganz-Züge bestehend aus vierachsigen mit Papier beladenen Wagen vom Typ Transwaggon Habbins. Das Zuggewicht betrug bis zu 2.000 Tonnen.

Die Einsatzbedingungen

Eine der wichtigsten Transport-Routen innerhalb des Rail 99 Systems ist die Strecke Piteå-Hallsberg. Die Strecke ist überwiegend eingleisig mit einer Länge von 1.200 km und Steigungen bis zu 17%. Dazu kommen Bogenradien bis herunter auf 400 m und extreme klimatische Bedingungen: Viel Schnee und Temperaturen bis -35 °C. Die kritischen Streckenbedingungen in Kombination mit Anhängelasten bis zu 2.000 Tonnen sind eine große Herausforderung für das Rollmaterial. Die ES64F4 Lokomotiven absolvierten diese Strecke täglich mit maximaler Anhängelast. Dies bedeutet für die Lokomotiven einen maximalen Härtetest.

Der ADD besteht den Test

Die bisherigen Betriebserfahrungen haben gezeigt, dass die Lokomotiven die harten Einsatzbedingungen zuverlässig meistern. Seit Hector Rail den ScandFibre Logistics Ganz-Zug mit der ES64F4 Lokomotive übernommen hat, wurden schwerere Züge mit Anhängelasten bis zu 2.000 Tonnen eingesetzt (anstatt der vorherigen Obergrenze von 1.600 Tonnen). Die Lokomotiven erreichten in diesen Einsätzen eine für Güterzug-Lokomotiven rekordverdächtige jährliche Laufleistung von 300.000 km. Fazit: Der ADD hat sich unter widrigsten Umgebungsbedingungen bestens bewährt.

30.09.2011 | Author: Name