Vectron – der Antrieb

Vectron ist sowohl mit einem teilabgefederten Ritzelhohlwellenantrieb als auch ein vollabgefederter Antrieb lieferbar. Der teilabgefederte Ritzelhohlwellenantrieb eignet sich für Geschwindigkeiten bis zu 200km/h, der vollabgefederte Antrieb erreicht sogar bis zu 230 km/h. Beide Antriebe basieren auf unseren Erfahrungen mit dem Eurosprinter und dem Eurorunner.

Ritzelhohlwellenantrieb (RHA) – der Standard

Der Ritzelhohlwellenantrieb ist ein teilabgefederter Antrieb. Dabei ist der Motor über Fahrmotorträger und Gummipendel elastisch im Drehgestellrahmen aufgehängt. Das Getriebe wiederum ist achsreitend über zwei Stahllamellenkupplungen, die beidseitig zur kurzen Hohlwelle angeordnet sind, vom Motor entkoppelt. Zur Reduzierung der Relativbewegung zwischen Getriebe und Motor sind die Komponenten möglichst nahe der Kupplung über ein Pendel verbunden. Eine weitere Besonderheit ist die vollständige Trennung des Schmiermittelkreislaufes zwischen Getriebe und Fahrmotor: Im Gegensatz zu den sonst üblichen Konzepten ist das abtriebsseitige Lager des Fahrmotors fettgeschmiert und nicht mit dem Ölkreislauf des Getriebes verbunden. Hierdurch können keine Verschmutzungen über das Getriebeöl ins Lager gelangen und die Lagerlebensdauer beeinträchtigen. Zusätzlicher Vorteil: Dank der Trennstelle an der Stahllamellenkupplung kann der Fahrmotor ohne das Getriebe bzw. der Radsatz mit Getriebe ohne Fahrmotor nach unten ausgebaut werden. Der Ritzelhohlwellenantrieb ist geeignet für Höchstgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h.

Hochleistungsantrieb mit Radscheibenbremse (HAR) – die Option

Die TSI Highspeed hat Einschränkungen gebracht, die es sinnvoll erscheinen lassen, die Auslegungsgeschwindigkeit für schnellfahrende Lokomotiven auf 200 km/h zu begrenzen. Für Einsätze des Vectron unter anderen normativen Randbedingungen gibt es aber die Möglichkeit, einen vollabgefederten Antrieb zu integrieren und bis 230 km/h schnell zu fahren. Das Drehgestell ist hierfür vorbereitet. Optional kann deshalb ein voll abgefederter Hochleistungsantrieb mit Radscheibenbremsen eingesetzt werden. Dieser und der Ritzelhohlwellentrieb haben zum Drehgestellrahmen identische Schnittstellen. Die Entkopplung von Radsatz und Antrieb erfolgt über beidseitig zur Hohlwelle angeordnete Bogenzahnkupplungen.

Vergleich der unabgefederten Massen

Die unabgefederten Massen des Ritzelhohlwellenantriebs sind deutlich geringer als die des üblicherweise für Frachtlokomotiven eingesetzten Tatzlagerantriebs und nur wenig höher als die eines voll abgefederten Hohlwellenantriebs. Der Ritzelhohlwellenantrieb stellt somit die optimale technische Lösung dar und ist gleichzeitig auch in puncto Wirtschaftlichkeit die beste Wahl, da sich Wartungs- und Instandhaltungskosten verringern.


Reduzierte unabgefederte Massen für optimierte Wirtschaftlichkeit