Referenzen: Höchste Zugkraftausnutzung weltweit

Siemens‘ Know-how in puncto Zugkraft basiert auf den Erfahrungen aus vielen unterschiedlichen Anwendungsfällen, bei denen der Schleuderschutz kontinuierlich verbessert wurde. Heute sind weltweit über 4.000 Loks mit einem Siemens-Schleuderschutz im harten, anspruchsvollen täglichen Einsatz.

Deutschland/ Niederlande: Schwerlastverkehr zur Dillinger Hütte

Dank ihrer herausragenden Zugkraftausnutzung kann die vierachsige BR 189 sechsachsige Lokomotiven substituieren: Am 12.4.2010 transportieren erstmals DB-Lokomotiven der BR 189 Erzzüge mit über 5.500 t Zuggewicht in Doppeltraktion. Sie sind mit der automatischen Kupplung vom Typ Transpact ausgerüstet. Dies erfolgt auf der Linie Rotterdam Hafen – Dillinger Hütte (Saarland) über die Betuweroute (NL) mit Steigungen bis zu 25 ‰. Die beteiligten Triebfahrzeugführer sind beeindruckt von der hohen und nahezu witterungsunabhängigen Zugkraft. Sie bedeutet für vierachsige Lokomotiven eine Spitzenleistung. So war es z. B. möglich, den 5.500 t schweren Zug aus dem Stand an einer Steigung mit über 12 ‰ anzufahren und zu beschleunigen. Das Gleiche trifft auf den traktionstechnisch äußerst anspruchsvollen Kaiser-Wilhelm-Tunnel zu. Die Fahrzeugführer, die bisher nur Erfahrungen mit zwei sechsachsigen BR-151-Lokomotiven sammeln konnten, hatten dies nicht für möglich gehalten.

Polen: 4.000 t mit einer vierachsigen Lok

In Polen sind Güterzuglokomotiven heute noch fast ausschließlich sechsachsig. Um die Anhängelast einer ES64F4 zu definieren und um den Vergleich zu sechsachsigen Loks durchzuführen, wird am 28.7.2009 ein regulärer Zug der polnischen Lotos Koleje, der üblicherweise mit einer sechsachsigen Lok gezogen wird, mit einer vierachsigen ES64F4 von MRCE-Dispolok bespannt. Trotz schlechter Wetterbedingungen kommt der 3.650 t schwere Zug laut Fahrplan ans Ziel und meistert alle kritischen Steigungen zuverlässig. Der Test wird anschließend von einem unabhängigen und in Europa akkreditierten Testinstitut (IPS) bestätigt. Zwischenzeitlich hat der Netzbetreiber PLK den Betrieb der ES64F4 mit 4.000 t schweren Zügen bei Steigungen bis zu 6 ‰ zugelassen. Damit ist eindrucksvoll bestätigt, dass eine vierachsige Siemens-Lokomotive eine sechsachsige Lokomotive ersetzen kann.

Dänemark: Tests mit über 10 % mehr Anhängelast

Vergleichbare Zugkrafttests können nur unter vergleichbaren Bedingungen realisiert werden. Tunnel bieten hierfür einen idealen Testraum, da in ihnen die klimatischen Bedingungen über lange Zeit konstant sind. Deshalb führt Railion Dänemark regelmäßig Versuche mit vergleichbaren Lokomotiven und Güterzügen mit verschiedenen Anhängelasten durch. Dabei werden immer mehr Wagen angehängt, bis der Zug nicht mehr bewegt werden kann. Das Ergebnis des objektiven Tests: Die Lokomotive ES64F4 kann zwischen 10 und 15 % mehr Anhängelast als alle anderen vergleichbaren Fahrzeuge ziehen.

Australien: Früher fünf, heute nur noch drei Loks

Etwa 90 % von Queenslands Kohle werden auf den beiden elektrifizierten Hauptstrecken der Goonyella- und Blackwater-Systeme von den Minen im Bowen-Becken zu den Häfen an der Ostküste transportiert. Wo früher fünf Lokomotiven notwendig waren, sind heute pro Zug nur noch drei Siemens-Lokomotiven im Einsatz: Zwei Loks an der Spitze des Zuges und eine mit Funkfernsteuerung betriebene in der Mitte des Zuges. So können Kohlezüge mit 120 Wagen und je 106 t Gewicht bewegt werden. Dies entspricht einem Zuggesamtgewicht von 12.720 t.


China: HXd1-Doppelloks für 20.000 t

Jeweils zwei HXd1-Güterlokomotiven bewegen Kohlezüge auf der 650 km langen Daqin-Line Bahnstrecke zwischen Datong und der Hafenstadt Qinhuangtao. Die bis zu 3.000 m langen Kohlezüge wiegen bis zu 20.000 t. Früher wurden für Züge dieser Art vier Lokomotiven benötigt. Im Klartext: Zwei moderne Loks ersetzen vier Lokomotiven älteren Typs.

Schweden: ES64F4 Härtetest bei Hector Rail

Die 1.200 km lange Strecke von Piteå nach Hallsberg ist gekennzeichnet durch Steigungen bis 17 ‰, Bogenradien bis 400 m und extreme klimatische Bedingungen mit viel Schnee und Temperaturen bis -35 °C. Dort befördert Hector Rail schwere Güterzüge mit ES64F4 Lokomotiven. In einem Abschnitt dieser Strecke werden sogar Anhängelasten bis zu 2.000 t bewegt. Bisher waren dort ca. 1.600 t die Obergrenze. Die maximale Last auf den anderen Streckenabschnitten beträgt 1.440 t. Vorher waren hier ca. 1.200 t die Obergrenze. Sollte die ES64F4 Lokomotive einmal nicht zur Verfügung stehen, werden als Ersatz eine sechsachsige Lokomotive oder zwei ältere vierachsige Lokomotiven in Doppelttraktion eingesetzt.

Deutschland: Tests auf der Rübelandbahn

Auf der sogenannten „Rübelandbahn“ im deutschen Sachsen-Anhalt werden 2003 zu Testzwecken Vergleichsfahrten zwischen verschiedenen Loks moderner vierachsiger Bauart und einer sechsachsigen Lok durchgeführt. Dabei transportieren die Züge Kali auf extremen Steigungen. Bei den Messungen wird festgestellt, dass die Zugkraft der ES64F4 (BR 189) im gleichen Leistungsbereich liegt wie die der dort traditionell eingesetzten sechsachsigen Steilstrecken-Loks der DB Baureihe 171 (251 bei der vormaligen DR). Zudem beobachtet das Team, dass die Siemens-Lok über die höchste Zugkraft aller vierachsigen Lokomotiven verfügt und die Zugkraft der speziell für diese Strecke entwickelten traditionellen Co’Co’ Lokomotive erreicht.

Australien: Drei statt vier Loks im Moura und Blackwater System

Siemens und EMD bauen basierend auf für Nordamerika entwickelten Lokomotiven den Typ GT42CUAC für den Einsatz im schweren Kohleverkehr in Australien. Mit einer Anfahrzugkraft von 600 kN bei einem Lokgewicht von 120 t sind diese Fahrzeuge die zugkraftstärksten Schmalspurlokomotiven der Welt. Im Moura Coal System bewegen jetzt je zwei GT42CU AC Kohlezüge mit 6.650 t Gewicht. Vorher waren je drei Lokomotiven für die 4.450 t schweren Kohlezüge im Einsatz – im umgerechneten Verhältnis ergibt sich daraus ein „1- für 2-Ersatz“. Im Blackwater Coal System befördern jetzt drei GT42CUAC 9.150 t schwere Kohlezüge. Im Vergleich dazu fahren vier alte E-Loks 8.080 t schwere Züge. Demnach ersetzen drei neue vier alte Loks.

Indien: GT46MAC ersetzt zwei alte Loks

Siemens und EMD entwickeln, auf Basis von für Nordamerika gebauten Lokomotiven, Breitspurlokomotiven für Indien: Die Frachtlokomotive GT46MAC, die GT46PAC für den Passagierverkehr, sowie die in Indien produzierten Varianten WDG4 und WDP4. Mit diesen Lokomotiven werden Frachtzüge mit 4.750 t Gewicht befördert. Diese Züge waren zuvor mit zwei Loks (je 2.300 kW) gezogen worden und können jetzt mit einer GT46MAC (3.000 kW) bewegt werden. Somit ersetzt eine neue Lok zwei alte.

Nordamerika: Erste Referenz für drei statt fünf Loks

Anfang der 90er Jahre entwickeln EMD und Siemens gemeinsam Loks mit Drehstromantrieb zum Transport schwerer Kohlezüge. Drei dieser Loks ersetzen fünf Loks mit Gleichstromfahrmotoren. Durch dieses sogenannte „3 for 5 replacement“ ergeben sich deutliche Einsparungen bei den Wartungskosten. Um dieses Ziel zu erreichen, war eine deutlich höhere Zugkraftausnutzung je Lok notwendig. Dies konnte durch das Zusammenspiel von Drehstromkraftübertragung und exzellentem Schleuderschutz erreicht werden. Demonstrationsfahrten überzeugten Burlington Northern, sodass der Kunde 350 Loks des Typs SD70MAC bestellte. Eine Demo-Tour bei anderen nordamerikanischen Bahngesellschaften führte zu einem Einsatz von AC-Lokomotiven auf breiter Front.