CO2-sparende Lokomotiven

Moderne Elektrolokomotiven sind schon seit Jahren hocheffizient und damit umweltschonender. Unsere Eurosprinter leisten im täglichen Einsatz einen nennenswerten Beitrag zum umweltfreundlichen Transport von Gütern und Personen – und das europaweit. Prominente Beispiele hierfür sind der Verkehr über die Alpen oder auch der „Bosporus“-Express mit seinem effizienten Transport durch sechs Länder. Trotz aller bereits erzielten Fortschritte lassen sich im Detail aber immer noch weitere Verbesserungen erreichen – Verbesserungen, die wir beim Vectron umgesetzt haben.

Energierückspeisung beim Bremsen: ein riesiges Potenzial

Herkömmliche Altbau-Elektrolokomotiven sind in der Regel nicht in der Lage, Bremsenergie für die Stromerzeugung zu nutzen. Anders der Eurosprinter: Er ist in der Lage, diese Energie ins Netz zurückzuspeisen. Mit Erfolg, wie ein Beispiel aus Slowenien zeigt: An die dortige Staatsbahn lieferte Siemens 32 Lokomotiven des Typs ES64U4. Die Lokomotivsteuerung schreibt die vom Netz aufgenommene sowie die ins Netz zurückgespeiste Energie mit. Eine Auswertung ergab eine durchschnittliche Rückspeisequote von gut 16 %. Dies bedeutet, dass etwa jede sechste Fahrt kostenlos ist. Vectron setzt diesen Weg konsequent fort und ermöglicht je nach Topologie und Fahrspiel Energiesparpotenziale, die sich rechnen: Derzeit sind in Deutschland etwa 40 %, in Polen sogar fast 100 % aller Lokomotiven nicht in der Lage, Bremsenergie zurückzuspeisen. Geht man im Mittel von einer Energieersparnis von ca. 15 % durch Rückspeisung aus und nimmt der Einfachheit halber an, dass in Europa der Anteil der Altbau-Lokomotiven noch bei 50 % liegt, so könnte ein flächendeckender Einsatz des Vectron den Energiebedarf für lokomotivbespannten Eisenbahnverkehr in Summe um 7,5 % senken.

Erhöhte elektrische Bremskraft

Vectron-Elektrolokomotiven bieten als Option eine elektrische Bremskraft von bis zu 240 kN. In Europa ist eine elektrische Bremskraft von 150 kN üblich. In verschiedenen Ländern sind bis zu 240 kN zugelassen. Damit kann auf steilen Gefälleabschnitten z. B. in den Alpen auf den Einsatz der Druckluftbremse verzichtet werden, um gewonnene Bremsenergie ins Netz zurückzuspeisen. Neben dem Effizienzvorteil reduziert dies die Geräuschbelastung sowie die durch Abrieb der Bremsbeläge verursachte Staubbelastung.

Unterstützung für energieoptimale Fahrweise

Die größte Energieeinsparung lässt sich durch einen effizienten Fahrstil erreichen. Wie beim PKW kann der Triebfahrzeugführer durch vorausschauendes Fahren den Energieverbrauch deutlich senken – Berechnungen hierzu ergeben Einsparpotenziale von über 20 %. Als Hilfsmittel zur Optimierung seines Fahrverhaltens steht dem Triebfahrzeugführer im Vectron standardmäßig eine Verbrauchsanzeige am Display zur Verfügung.

Energiearmes Abstellen

Auch wenn eine Lokomotive immer in Bewegung sein sollte, kommt es gelegentlich doch zu Standzeiten. Vectrons Software enthält ein optionales Feature zur Reduktion der benötigten Hilfsbetriebeleistung im Stillstand. Ist für den Triebfahrzeugführer absehbar, dass der Stillstand länger dauern wird, so kann er über das Display den Energiesparmodus aktivieren.

Optimierte Luftführung im Fahrmotorluftkanal und -motor

Auch der Vectron verfügt über eine bedarfsabhängige Hilfsbetriebesteuerung – und mehr: So konnte durch Optimierungen der Druckabfall des Kühlluftstromes im Fahrmotorluftkanal und im Motor selbst deutlich reduziert und hierdurch die notwendige installierte Leistung der Fahrmotorlüfter gegenüber der ES64U4 um mehr als 30 % gesenkt werden.

Optimierte Kühlluftführung im Maschinenraum

Dank Berechnungen und anschließende Optimierung konnte der benötigte Kühlluftstrom beim Vectron gegenüber Typ ES64U4 um 40 % gesenkt werden. Dies bedeutet 40 % weniger Staub-, Schmutz- und Feuchtigkeitseintrag in den Maschinenraum. Auch die erforderliche Leistung der installierten Lüfter konnte entsprechend geringer bemessen werden.