Green mobility auf der Straße

Der Personen- und Güterverkehr beansprucht ingesamt 25 bis 30 Prozent des weltweiten Endenergieverbrauchs. Das größte Potenzial zur Reduzierung des Energieverbrauches liegt beim Straßenverkehr. Parallel zeigt eine Studie von Siemens, anhand eines Münchner Musterstadtteils, wie eine fast CO2-freie Metropole Wirklichkeit werden kann: durch die Verknüpfung zahlreicher Maßnahmen für mehr Energieeffizienz.

Elektrobusse - eBus/eBRT

Busverkehre sind eine wichtige Säule im städtischen Verkehr. Die Evolution der Busse mit Verbrennungsmotoren weist über die Hybridtechnologie in die Richtung rein elektrisch angetriebener Busse. Die Betriebskosten (Energie und Wartung) liegen ca. 25% unter denen, vergleichbarer Busse mit Verbrennungsmotor. Keine CO2 Emissionen, geringe Geräuschentwicklung und Energieersparnis durch eine exzellente Effizienz und optimierte Energierückgewinnung runden das Gesamtbild des eBus ab.



Intermodales Verkehrsmanagement

Mehr als 50 Prozent der Autofahrer steigen auf die Straßenbahn um, seit in Halle ein betreiberübergreifendes Verkehrskonzept eingeführt wurde. Denn das System informiert die Fahrer sowohl über die aktuelle Verkehrslage als auch über freie Parkplätze und die Abfahrtszeiten der nächsten Straßenbahn. So wurde durch die intelligente Vernetzung von Sitraffic-Systembausteinen der Verkehrsfluss der Stadt Halle optimiert und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel noch attraktiver gestaltet.



Verkehrsabhängige Straßenbeleuchtungssteuerung

Durch eine dynamische Steuerung der Straßenbeleuchtung kann der Energieverbrauch und somit die Betriebskosten deutlich gesenkt werden - die Verkehrssicherheit ist dabei jederzeit gewährleistet. Dabei wird Verkehrs- und Beleuchtungsmanagement gekoppelt und die Straßenbeleuchtung automatisch an die aktuelle Verkehrssituation angepasst. Durch diese Anpassung ist sichergestellt, dass die Beleuchtung nur dann in vollem Betrieb ist, wenn es das tatsächliche Verkehrsaufkommen erfordert. In der restlichen Zeit, zum Beispiel in den späten Nachtstunden, kann die Intensität gedrosselt werden, was Energieeinsparungen von bis zu 60% möglich macht.




City-Mautsystem

60.000 Fahrzeuge pro Tag und damit 150.000 Tonnen CO2 pro Jahr spart die britische Hauptstadt London durch die City-Maut. Intelligente Videosysteme von Siemens registrieren per "Video Scene Analysis" die Fahrzeugkennzeichen und erkennen nach einem Datenbankabgleich, ob die Maut entrichtet wurde. In London konnte dadurch das Verkehrsaufkommen stark reduziert werden – und der Verkehrsfluss verbesserte sich um über 35 Prozent.



Adaptive Verkehrssteuerung

Die "Grüne Welle" verhilft der Stadt Münster zu einer jährlichen CO2-Einsparung von 1.000 Tonnen. Denn die adaptive Netzsteuerung Sitraffic Motion stimmt die Ampelphasen flexibel auf das Verkehrsaufkommen ab – und sorgt damit für weniger Stau, weniger Lärm und weniger Abgase. Gleichzeitig steigt die Reisegeschwindigkeit: in Münster um bis zu 15 Prozent.



LED-Signalanlagen

Signalanlagen mit LED-Technologie senken die Energiekosten um bis zu 90 Prozent. Denn LEDs verbrauchen, verglichen mit Glühlampen, nur ein Zehntel der Energie. Nicht nur deshalb rüsten immer mehr Betreiber auf die neue Technik um: LEDs leben zudem zehnmal länger als herkömmliche Glühlampen und rechnen sich damit gleich doppelt.




Umweltorientiertes Verkehrsmanagement

Durch eine strategische Steuerung des Stadtverkehrs unter Berücksichtigung von Umweltdaten neben den Verkehrsdaten können verkehrsbedingte Schadstoffemissionen reduziert werden. Dafür werden Umweltdaten übernommen und der strategischen Steuerungsebene der Verkehrsmanagementzentrale zur Verfügung gestellt. Diese zentrale Steuerung entscheidet anhand von hinterlegten Schwellwerten von Umwelt und Verkehr, wie die Lichtsignalanlagen strategisch geschaltet werden. Entsprechende umweltsensitive Steuerungsprogramme in den Lichtsignalanlagen verringern bzw. vermeiden somit die durch den Verkehr verursachten Umweltbelastungen im jeweiligen Stadtgebiet. Der Verkehrsteilnehmer wird auf Informationstafeln über erhöhte Schadstoffbelastungen und daraus resultierende geänderte Verkehrssteuerungen informiert.



eHighway

Die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs mit eHighway ist eine wirtschaftliche Alternative für fossile Brennstoffe im Gütertransport. Umweltschonend, effizient und ressourcenschonend. Dabei werden eHighway-Lkw über Oberleitungen mit elektrischer Energie versorgt. Den Kontakt von Fahrzeug zu Oberleitung stellt ein adaptiver Stromabnehmer her. Bei Fahrdrahtunterbrechung, zum Beispiel beim Überholen oder auf nicht elektrifizierten Strecken, stellt der eHighway-Lkw automatisch auf den Diesel-Hybridantrieb um. Damit ist er so flexibel und universell einsatzfähig wie ein konventioneller Lkw. eHighway bietet vor allem dort bedeutende Vorteile, wo die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene aus wirtschaftlichen oder räumlichen Gründen nicht hinreichend möglich ist.



Satellitengestütztes Mobilitätsmanagement

Auch durch die Nutzung moderner Satellitennavigation optimieren wir unsere Verkehrs- und Logistiklösungen: So bieten wir zum Beispiel mit Sitraffic Sensus die komplette Palette an Komponenten, Systemen und Dienstleistungen, die für die Etablierung eines satellitenbasierten Mautsystems notwendig sind. Mit On-Board-Units, die metergenaue, zuverlässige Abrechnung ermöglichen – via Satellit, ganz ohne aufwändige Infrastrukturausstattungen. Und auch weitere, völlig neue Anwendungen werden sich realisieren lassen: von vorausschauender Verkehrsflusssteuerung, zur Reduktion von Staus und CO2-Emissionen, bis hin zum intermodalen Tracking und Monitoring von Gütern und Fahrzeugen.