Produkte zur Mauterhebung

Siemens bietet sowohl leistungsfähige Plattformen zur Mauterhebung als auch Produkte für verschiedenste Mautlösungen und Märkte. Ein zentraler Bestandteil sind die für Mautanwendungen entwickelten Applikationen.

Softwarelösungen

Siemens hat eine leistungsfähige Plattform für die Mauterhebung entwickelt. Zentraler Bestandteil ist die bewährte Applikationssoftware SENSUS für satellitenbasierte Mautanwendungen. Anwendungsbereiche:

  • streckenbasierte Bemautung

  • distanzbasierte Bemautung

  • zonen- bzw. gebietsbasierte Bemautung

  • zeitbasierte Bemautung

  • eventbasierte Bemautung

Die Vielseitigkeit unserer SENSUS Unit zeigt sich auch bei ihrem Einsatz im Bereich der Elektromobilität und Car Sharing (Sensus eUnit). Sie wird in Berlin bei einem Forschungsprojekt eingesetzt – im Zusammenspiel mit anderen Komponenten (Navigationssystem, Verbindung zur Fahrzeugelektronik).

Situationsgerechte Mautbestimmung / Dynafee

In vielen Ländern werden für den öffentlichen Verkehr oder für stark besetzte Fahrzeuge eigens Fahrstreifen reserviert. Da diese jedoch nicht immer ausgelastet sind, wird eine allgemeine Nutzung gegen Gebühr erlaubt. Bei drohender Überlastung des Fahrstreifens wird die Gebühr erhöht. Die Folge: weniger zahlende Nutzer und somit genügend Kapazität für die privilegierten Fahrzeuge.

Algorithmus Dynafee

Hier zeigt sich nun der Nutzen von Dynafee, der von ITS entwickelte und real erprobte Algorithmus. Er ermöglicht die situationsgerechte und verkehrsqualitätsabhängige Festlegung der Maut. Er garantiert, dass die zahlenden Verkehrsteilnehmer einen entsprechenden Gegenwert in Bezug auf die reduzierte Reisezeit erhalten.

On-Board-Units (OBUs)

Siemens setzt auf eigene, vielfach erprobte On-Board Units. Sitraffic Sensus Unit ist ein kompaktes Gerät, das im Rahmen von GNSS-Mautsystemen verwendet wird. Es ist unter anderem ausgestattet mit

- GPS-Modulen zur Positionsermittlung 
- GSM/GPRS-Modulen zur Datenübertragung

Dieser modulare Aufbau ermöglicht länder- und kundenspezifische Anpassungen, wie beispielsweise Galileo, Glonass oder DSRC. Bei der Entwicklung stand insbesondere die unkomplizierte Bedienung im Mittelpunkt. Diese beginnt bereits bei der einfachen Installation im Fahrerhaus: Die integrierte Halterung wird mit Saugnäpfen an der Windschutzscheibe befestigt. Zur Stromversorgung wird ein Stecker an den Zigarettenanzünder angeschlossen. Das bemautete Straßennetz ist auf der On-Board-Unit gespeichert. Es kann jederzeit im laufenden Betrieb per Softwareupdate angepasst werden. So kann das sich ständig verändernde Straßennetz zuverlässig abgebildet, aber auch Zonen zur Bemautung von Städten hinzugefügt werden.

Fat Client: Mautberechnung im Fahrzeuggerät

Hier werden die Mautsystemprozesse im Fahrzeuggerät autonom abgewickelt. Das heißt: Die Berechnung der Mautgebühr geschieht im Fahrzeug. Die Beträge werden in der OBU gespeichert, bis diese über das Mobilfunknetz an die Zentrale geschickt werden.
Wesentliche Vorteile des Fat-Client-Konzepts:

  • geringeres Datenübetragungsvolumen

  • unmittelbare Verfügbarkeit der Information

Nachteil: geringe Flexibilität.

Beispielsweise müssen neue Mauttarife aufwändig auf alle Fahrzeuggeräte übertragen werden. Aus Kostengründen sind die Geräte meist nur auf die jeweils geforderte Funktionalität angepasst. Dies wiederum schließt eine nachträgliche Funktionserweiterung aus.

Thin Client: Mautberechnung in der Zentrale

Hier wird die Mautberechnung in einer Zentrale vorgenommen. Das Fahrzeuggerät schickt lediglich die Positionsinformation an die Zentrale. Dort werden die Nutzung des mautpflichtigen Straßennetzes und das entsprechende Nutzungsentgelt festgestellt.
Vorteil des Thin-Client-Konzepts:

  • maximale Flexibilität

  • Betriebssicherheit

Anpassungen der Systemparameter können schnell und sicher durchgeführt werden, beispielsweise eine Erweiterung des mautpflichtigen Straßennetzes oder eine Änderung des Nutzungsentgeltes. Wenn erforderlich, können neue Systemparameter sogar rückwirkend genutzt werden.

Eine intelligente Datenkompression wirkt dem höheren Datenaufkommen zwischen Fahrzeuggerät und Zentrale entgegen.

Mautmodule

Aus Erfahrung optimieren: Siemens realisiert aktuell Mautmodule für den Massenmarkt und Integrationen von Mautapplikationen auf GSM-Plattformen.

Bereits im Einsatz befindliche Siemens-Produkte arbeiten mit unserer SENSUS Plattform zusammen und sind modular. Diese setzen wir auch für Tests ein. Alle diese Projekte haben aber übergeordnetes Ziel: die Hochintegration der Mautapplikationen.

Videotechnologie

Siemens Videotechnologie im Bereich Städtemaut ist bereits erfolgreich im Einsatz.
Beispiele:

  • Western Extension der London Congestion Charging: Lösung für eine manuelle Maut mit Videoenforcement

  • Österreich: Mauterhebung bei Single Lane Lösungen

Bei Multilane Free-Flow Mautanwendungen ist der Einsatz von Videomauttechnologie prinzipiell möglich. Jedoch liegen die Leistungsdaten noch unter denen von anderen Mauttechnologien (GNSS-Maut- / Infrastrukturmautlösungen).

RFID

Siemens bietet unterschiedliche RFID-Lösungen an. Sie sind geeignet für Anwendungen im Bereich Automatisierung und Logistik. Mittels RFID können einzelne technische Funktionalitäten für Mautlösungen kostengünstig realisiert werden.