MVR und MOB: ein umfassendes Erneuerungsprogramm in der Westschweiz

MVR und MOB: ein umfassendes Erneuerungsprogramm in der Westschweiz

Die beiden Westschweizer Eisenbahngesellschaften Montreux Berner Oberland Bahn AG (MOB) und Montreux Vevey Riviera Bahn AG (MVR) erneuerten einen Grossteil ihrer Infrastruktur und Sicherungsanlagen
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Datum: 24.11.2020

 

Im Jahr 2019 starteten die Eisenbahngesellschaften Montreux Oberland Bernois AG (MOB) und Transports Montreux Vevey Riviera Bahn AG (MVR) gemeinsam ein grosses Programm zur Erneuerung ihrer Anlagen.

 

Die beiden Gesellschaften sind bekannt für ihre Touristenzüge «Belle Epoque» und «Goldenpass Panoramic», welche für den Streckenabschnitt zwischen Montreux und Zweisimmen zum Einsatz kommen, sowie auch für die Zahnradbahnen der Rochers-de-Naye oder diejenigen, welche die Pléiades erklimmen. Es handelt sich um historische Bahnlinien, welche in der Zukunft weiterhin eine Bedeutung haben sollen.

 

Aus diesem Grund hat die MOB im März 2019 für ihren Streckenabschnitt Montreux - Zweisimmen - La Lenk (75 km und knapp 20 Bahnhöfe) eine Ausschreibung für den Einsatz eines automatischen Haltesystems auf der Basis des ZBMS-Standards (Zugbeeinflussung Meterspur) des Bundesamtes für Verkehr (BAV) veröffentlicht.

 

Im Rahmen der Erneuerungsstrategie und dem Ziel, den Betrieb der Eisenbahnanlagen zu rationalisieren, harmonisieren und optimieren, haben die MOB und die MVR auch eine Ausschreibung für die Erneuerung des Zugsteuerungs- und Überwachungssystems veröffentlicht. Nach dem Abschluss des ZBMS-Vertrages wurde Siemens Mobility auch beauftragt, die bestehende Antriebstechnik mit dem Iltis-System zu erneuern.

 

Beide Unternehmen (MOB und MVR) verfügen über elektronische und Relais-Stellwerke. Es ist daher notwendig, beide Technologien mit dem neuen Iltis-System koppeln zu können. Die Integration der involvierten Systeme wurde daher in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und den Lieferanten der Stellwerke analysiert und definiert.

 

Im April 2020 unterzeichneten das Management von MOB/MVR und Siemens Mobility den Vertrag zur Einführung der Iltis-Leittechnik. Die notwendigen Anpassungen der Stellwerksanlagen selbst sind Gegenstand von Direktverträgen zwischen der MOB/MVR und den jeweiligen Lieferanten.

 

Einführung der Iltis-Technologie ab Herbst 2021

 

Gemäss dem Erneuerungs- und Integrationsprogramm, welches von den beiden Eisenbahngesellschaften MOB und MVR entwickelt worden ist, wird die Leittechnik Iltis unter Berücksichtigung der Gesamterneuerung der Infrastruktur schrittweise eingesetzt.

 

Iltis wird nicht nur auf dem gesamten Schweizer SBB-Netz eingesetzt, sondern auch von einer Reihe privater Eisenbahnunternehmen. Nach TPF, TMR, Travys und NStCM ist MVR/MOB die fünfte Privatbahn in der Westschweiz, die sich für diese Leittechnik Iltis entschieden hat.

 

Iltis wird auch von Bahngesellschaften in der Deutschschweiz sowie von anderen internationalen Bahnbetreibern genutzt und geschätzt.

 

Mit der Einführung von Iltis erhalten die Schmalspurbahnbetreiber MVR und MOB ein leistungsfähiges Fernverkehrsleitsystem mit allen notwendigen Funktionalitäten für den Informationsaustausch, bspw. mit Betreibern von Normalspurbahnen wie der SBB oder der BLS.

 

Picture credits: MOB ©