Weichenstellsystem Siwes ECC

Vierspurausbau Olten–Aarau 

Mit der Schnellfahrweichensteuerung Siwes ECC von Siemens Mobility
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Datum: 9. Juli 2020

 

Anfang nächsten Jahres ist es soweit – die Strecke Olten-Aarau wird vierspurig. Neben dem viel diskutierten Eppenbergtunnel sind auch die beiden ersten Schnellfahrweichen in einem Perronbereich Teil des Riesenprojekts. Durch Siemens Mobility mit jeweils neun Antrieben und Verschlüssen pro Weiche ausgerüstet, lässt sich die über 300 m lange Weichenverbindung im Bahnhof Aarau mit bis zu 140 km/h befahren. Der Weg ist damit frei für einen neuen, verdichteten Fahrplan.

 

Um die beiden Schnellfahrweichen vom bestehenden Simis-C-Stellwerk in Aarau ansteuern zu können, ist die Schnellfahrweichensteuerung «Siwes ECC» entwickelt worden. Diese wird unkompliziert, anstelle eines normalen Weichenstellteils, an das Simis-C angeschlossen. Basis des Systems bildet ein Simis W-Stellwerk, das von Haus aus Weichen mit bis zu zwölf Antrieben ansteuern und überwachen kann. Hier werden die Umstellaufträge vom Simis-C an die Antriebe verteilt und Weichenlagen sowie -zustände ans Simis-C zurückgemeldet.

 

Zuverlässig, wartungsarm, transparent

 

Da das Befahren von Schnellfahrweichen in falscher Stellung zu gravierenden Schäden an der Weiche führt und somit eine ernsthafte Gefahr für nachfolgende Züge darstellt, muss es absolut zuverlässig erkannt werden. Aus diesem Grund arbeitet Siwes ECC mit jeweils zwei Detektoren (Schienenkontakten) pro Weichenschenkel. Diese erkennen und melden unabhängig voneinander jedes Befahren und kontrollieren zusätzlich gegenseitig ihre Funktion. Darüber hinaus liefert das System präzise Störmeldungen zu jedem einzelnen Antrieb direkt ans Leitsystem. Im Gegensatz zum Vorgänger «Siwes 2» erfordert «Siwes ECC» keine regelmässigen Kontrollen.

 

Bereit für den Einsatz

 

Siemens Mobility und SBB prüften, validierten und begutachteten die fertige Lösung mittels umfangreichen Integrationstests im Testlabor auf Herz und Nieren. Nach dem Einbau in Aarau folgte eine umfassende Werkprüfung mit neun echten Antrieben im Stellwerksraum. Der Inbetriebnahme – aufgrund der Corona-Pandemie auf Ende August verschoben – steht nun nichts mehr im Weg.

Einmal mehr hat die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit zu einer cleveren und zukunftsweisenden Lösung geführt.