Siemens Techniker arbeiten an einer ZSL9-Anlage

Grösste Schweizer ZSL90-Anlage erfolgreich migriert

in Worblaufen
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Datum: 11.03.2021

 

In der Nacht vom 27. auf den 28. Januar 2021 ersetzte Siemens Mobility in Worblaufen den alten ZSL90-Rechner durch den neuen ZSL90 LZV-Stellwerksrechner. Die Durchführung des Umbaus und die Inbetriebnahme des Systems erfolgte in einer Nachtschicht zwischen 00:30 Uhr und 04:45 Uhr.

 

Der guten Vorbereitung und der tatkräftigen Mithilfe aller Projektbeteiligten ist es zu verdanken, dass die Arbeiten reibungslos verliefen und der Bahnbetrieb pünktlich am frühen Morgen wieder aufgenommen werden konnte.

 

Alle Verbindungen nach und ab Bern führen über Worblaufen

Der geografischen Lage ist es geschuldet, dass dieser Bahnhof für den Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) eine zentrale Bedeutung hat. Zu Stosszeiten fährt alle 90 Sekunden ein Zug von oder nach Bern. Zudem steht in Worblaufen die grösste, je gebaute ZSL90-Anlage. 

Die Spezialität in der Anlage ist, dass sie neben allen Stellwerkselementen auch die Tore des Depots kontinuierlich mit ZSL90 überwacht.


Die Anlage Worblaufen besteht aus:

  • Weichen 48
  • Handweichen 9
  • Hauptsignale 64
  • Hilfssignale 15
  • Besetztsignale 7
  • Zwergsignale 97
  • Bahnübergänge 6
  • Manöver 6

Da jede Weichenlage und jeder Signalzustand einzeln in das System eingelesen werden, kommen über 350 Elementzustände zusammen. Der ZSL90 LZV-Rechner liest jeden Zustand dreifach redundant ein, was über 1000 Aderverbindungen notwendig macht. Neun ebenfalls redundante Sendeeinheiten übermitteln die Zustände auf den Linienleiter im Gleis. In Verbindung mit der im Fahrzeug hinterlegten Gleistopologie errechnet der Fahrzeugrechner die erlaubte Geschwindigkeit sowie Haltepunkte.

  1. Anschlusssystem
  2. Stellwerksrechner, bestehend aus der Eingangsentkopplung und der Kanalabschaltung (untere Zeile) sowie den Einzelrechner 1-3 (obere Zeile).
  3. Bedienung und Anzeige
  4. Telegrammaufzeichnung
  5. Sendeausrüstung 

Projekt auf der Zielgeraden

Mit den Inbetriebnahmen in Worblaufen und den Pilotstationen Egg, Gränichen und Biberist im letzten Jahr ist das über sechs Jahre dauernde Entwicklungsprojekt auf seine Zielgerade eingebogen. Mit jedem Tag gewinnt man wertvolle Betriebserfahrung. Wenn der ZSL90 LZV-Stellwerksrechner in Worblaufen zuverlässig funktioniert, funktionieren die weiteren Stellwerksrechner mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ebenfalls zuverlässig. 

 

Nach Ablauf der Betriebserprobungsphase im Sommer 2021 baut Siemens Mobility alle verbleibenden 30 ZSL90-Stationen die sich auf die Aargau Verkehr AG (AVA), Forchbahn (FB) und RBS verteilen, innerhalb weniger Wochen vom alten auf das neue System um. Parallel dazu werden die Fahrzeugrechner der drei Bahnen auf das neue System umgerüstet.

 

Dass der Umbau und die Inbetriebnahme einer so grossen Anlage in einer so kurzen Zeit erfolgreich durchgeführt werden konnte, ist der guten Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen beteiligten Parteien zu verdanken. Herzlichen Dank an alle Beteiligten! Für die Mitarbeiter der Siemens Mobility AG war es eine grosse Freude an einem solchen Projekt mitwirken zu dürfen.

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