S-Bahn in Hamburg wird digital

Die S-Bahn Hamburg wird digital

Der erste hochautomatische Betrieb im deutschen Nah- und Fernverkehr
Unsere Experten helfen Ihnen bei Fragen gern weiter:

Kontaktieren Sie uns

Digitalisierung

Siemens Mobility treibt den digitalen Bahnbetrieb in Deutschland voran

Schon heute steigen in der deutschen Metropole Hamburg täglich 750.000 Fahrgäste an den 69 S-Bahn-Stationen ein und aus. In der Hansestadt könnten laut einer Prognose im Jahr 2040 mehr als zwei Millionen Einwohner leben. Ein enormer Zuwachs, der auch das Verkehrsaufkommen weiter erhöhen wird und nur mit erweiterten Netzwerkkapazitäten zu bewältigen ist.

Eine Lösung hierfür ist der automatisierte Bahnbetrieb. Dieser ermöglicht eine deutlich höhere Taktung der Züge und damit eine Erweiterung der Kapazität, eine Verbesserung der Fahrplanstabilität und einen geringeren Energieverbrauch durch optimierte Fahrprofile. Das Pilotprojekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ zeigt, wie diese neue Technologie den Nahverkehr in den wachsenden Städten leistungsfähiger machen wird. Das Projekt findet im Rahmen der Initiative Digitale Schiene Deutschland statt.

„Digitale Schiene Deutschland“

Die Digitalisierung ist neben dem weiteren Ausbau des Netzes und der Anwendung innovativer Technologien der wichtigste Hebel, um das System Eisenbahn leistungsfähiger und zukunftsfest zu machen. Daher hat sich Deutschland zu einer Digitalisierung der Schiene verpflichtet. Das Ziel ist die Umstellung der deutschen Bahnen von konventioneller Signaltechnik auf funkgesteuerten Bahnbetrieb und damit der weitere Ausbau des europäischen Zugleitsystems ETCS sowie der digitalen Stellwerkstechnologie (DSTW). 2019 vereinbarten die DB und der Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V. eine enge Zusammenarbeit für den Rollout digitaler Technologien auf Deutschlands Schienen und gründeten die sektorweite Initiative „Digitale Schiene Deutschland“. In diesem Rahmen findet das Projekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ statt.

In Hamburg starten wir die Digitalisierung des Betriebes in einem unserer wichtigen S-Bahn-Netze in Deutschland. Das ist ein Meilenstein in unserem Zukunftsprogramm ‚Digitale Schiene Deutschland‘. Denn wir leiten den größten technologischen Wandel seit Jahren ein.
Ronald Pofalla, DB-Vorstand Infrastruktur
Projekt

Innovative Entwicklungspartnerschaft mit der Deutschen Bahn

Im Juli 2018 ist die Hansestadt eine zukunftsweisende Partnerschaft mit der S-Bahn Hamburg GmbH – einer Tochter der Deutschen Bahn (DB) – und Siemens Mobility eingegangen.

Die drei Partner arbeiten an dem Pilotprojekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ und realisieren damit eine Blaupause für hochautomatisiertes Fahren im Nah- und Fernverkehr in Deutschland. Das Ziel dieses außergewöhnlichen Projektes ist es, den automatisierten S-Bahnbetrieb auf einem 23 Kilometer lange Streckenabschnitt mit vier Fahrzeugen zu entwickeln und zu pilotieren. Der Abschnitt liegt zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle auf der S-Bahn-Linie 21.

Die Technologie: „ATO over ETCS“

Technische Basis für den hochautomatisierten Betrieb ist der künftige europäische Standard „ATO over ETCS“: ATO (Automatic Train Operation) arbeitet eng mit dem funkbasierten Europäischen Zugsicherungssystem ETCS Level 2 zusammen. ETCS sorgt dabei für die sichere Einhaltung von Zugabständen und die Überwachung der zulässigen Geschwindigkeiten. ATO steuert das Traktionssystem und die Bremsen des Zuges. Die Steuerung erfolgt also per Funksignal. Daten werden zwischen Zug und Streckenzentrale übermittelt.

 

Im hochautomatisierten Betrieb können Bahnbetreiber das Starten, Beschleunigen, Fahren, Ausrollen, Bremsen und Stoppen automatisieren. Bei allen Fahrten in dem Hamburger Streckenabschnitt befindet sich weiterhin ein Triebfahrzeugführer an Bord. Eingreifen muss dieser künftig aber nur noch dann, wenn Störungen oder Unregelmäßigkeiten auftreten.

Die Vorteile: Pünktlichere Züge, ein stabiler Fahrplan und höherer Reisekomfort

Einer der Hauptvorteile von ATO over ETCS ist die erhöhte Leistungsfähigkeit des Schienennetzes durch dichtere Zugfolgen. Informationen zur aktuellen Verkehrslage werden kontinuierlich an die Fahrzeuge per Funk übertragen. Daran angepasst, kann ein Zug mit einem optimalen Geschwindigkeitsprofil gleichmäßiger und mit weniger Bremsvorgängen fahren. Das Ergebnis: pünktlichere Züge, ein stabilerer Fahrplan und höherer Reisekomfort. Die neue Technologie kann auch die Ein- und Aussteigezeiten optimieren und dadurch die Haltezeiten verkürzen. Gleichzeitig sinken Energieverbrauch und die mechanische Beanspruchung der Fahrzeuge, so verringern sich auch die operativen Kosten für den Kunden.

Weltdebut

Erste öffentliche Vorführung im Herbst 2021

Im Projekt Digitale S-Bahn Hamburg wird das hochautomatische Fahren mit ATO over ETCS auf der Strecke der S21 zwischen Berliner Tor und Aumühle realisiert. Das mehr als 200 Mann starke Projektteam liegt voll im Zeitplan. Das erste von vier Fahrzeugen wurde bereits umgebaut und erste Testfahrten erfolgreich absolviert: bereits im September 2020 fanden die ersten erfolgreichen ATO Testfahrten auf dem Streckenabschnitt Berliner Tor – Bergedorf/Aumühle statt.

Und die erste vollautomatische Rangierfahrt in Bergedorf vom Bahnsteig in ein Abstellgleis konnte erfolgreich im Februar 2021 absolviert werden. Das heißt: Über eine Strecke von 1.000 Metern kann ein Zug dort ganz ohne Begleitpersonal fahren.

 

Zum ITS Weltkongress im Oktober 2021 wird Siemens Mobility gemeinsam mit der Deutschen Bahn die zugrundeliegende Technologie „ATO over ETCS“ auf der Pilotstrecke demonstrieren. Neben dem hochautomatisierten Fahren werden im Bahnhof Bergedorf auch vollautomatische Rangierfahrten erstmals zu sehen sein. Schon jetzt wird an Plänen gearbeitet, wie diese Technik über die Pilotstrecke hinaus im Hamburger S-Bahnnetz eingesetzt werden kann.

Kontakt

Hochautomatisierter Bahnbetrieb

Sie möchten mehr über das Pilotprojekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ oder weiteren Lösungen von Siemens Mobility erfahren oder haben eine konkrete Frage? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf und lernen Sie uns unverbindlich kennen.

Wir sind für Sie da:

Kontaktieren Sie uns