Platform in Warnemünde

Digitales Stellwerk Warnemünde 

Das erste digitale Stellwerk im Fernverkehr in Deutschland 
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Die Schiene wird digital

Digitale Revolution im Bahnverkehr

Die DB Netz AG betreibt als Eisenbahninfrastrukturunternehmen etwa 87,5 Prozent des deutschen Schienennetzes. Fast die Hälfte ihrer 3.000 Stellwerke sind rund 70 Jahre alte Relaisstellwerke. Elektronische Stellwerke folgten als die jüngere Generation der Stellwerkstechnologie. Siemens Mobility und die DB Netz AG haben im Rahmen der Initiative Digitale Schiene Deutschland (DSD) gemeinsam eine moderne, digitale Stellwerkstechnologie (DSTW) entwickelt.

Siemens Mobility hat im September 2019 bei Warnemünde das zweite digitale Stellwerk Deutschlands und das erste im Fernverkehr in Betrieb genommen. 2013 war das Pilotprojekt in Annaberg-Buchholz in Betrieb gegangen. 

 

Charakteristisch für die neue Stellwerktechnik sind die IP-basierte Architektur und standardisierte Schnittstellen. Die DB Netz AG treibt nun die Umstellung auf die neue DSTW-Technologie im Rahmen verschiedener Projekte voran. Das Ziel ist es, diese zur Serienreife zu bringen.

Siemens hat sich in der bisherigen Zusammenarbeit als innovativer Partner erwiesen und dabei explizit seine Erfahrung und technische Expertise als Technologiepartner unter Beweis gestellt.
Ingo Buhlke, Projektleiter bei der DB Netz AG, Großprojekte Ost
Projekt

Digitales Stellwerk Warnemünde

Das erste deutsche digitale Stellwerk für den Fernverkehr, das DSTW Warnemünde, ist ein Vorserienprojekt von Siemens Mobility und der DB Netz AG. Nach ersten DSTW-Pilotprojekt in Europa für die Erzgebirgsbahn in Annaberg-Buchholz ist nun auch Warnemünde mit der neuesten Stellwerkstechnologie an den Start gegangen.

Leuchtturmprojekt Warnemünde

Die für die Digitalisierung wichtigen Meilensteine sind die Referenz- und Pilotprojekte und die daran anschließenden sogenannten Vorserienprojekte. Die DB Netz AG – als Vorreiter der Digitalisierung auf der Schiene – hat im Vorfeld des Rollouts der DSTW-Technik insgesamt vier Vorserienprojekte etabliert. Das Vorserienprojekt Warnemünde beziehungsweise das in diesem Rahmen realisierte DSTW bildet die Grundlage des weiteren Rollouts der DSTW-Technik im Netzbezirk Rostock. 

 

Mitte 2018 beauftragte das Unternehmen Siemens Mobility, das alte Relaisstellwerk durch ein Stellwerk der neuesten Generation zu ersetzen. Mit 22 Weichen und 66 Signalen auf einer Strecke von neun Kilometern ist es keines der ganz großen Projekte, jedoch von besonderer Bedeutung für beide Unternehmen.

Paradigmenwechsel vor sieben Jahren vollzogen

Mit der vorherigen Pilotierung in Annaberg-Buchholz erfolgte bereits ein Paradigmenwechsel im Bereich der Leit- und Sicherungstechnik. Die gewonnen Erkenntnisse flossen in standardisierte Schnittstellen und in die Entwicklung des DSTW von Siemens Mobility ein. 

 

Die vollkommen neu entwickelten und zugelassenen DSTW-Komponenten erfüllen nun seit mehr als sieben Jahren zuverlässig ihre Funktion im Bahnumfeld. Die mit der vernetzten DSTW-Architektur eingesetzten dezentralisierten Netzwerkkomponenten ermöglichen eine Vielzahl neuer Diagnoseanwendungen wie beispielsweise für die präventive Wartung. Nunmehr obliegt es den Bahnnetzbetreibern, diesen initiierten Prozess der Digitalisierung ihres Netzes voranzutreiben und in das technische und betriebliche Zielbild ihrer Netzinfrastruktur zu integrieren.

DSTW-Technologie

Die Technologie des digitalen Stellwerks

Technologisch ist das DSTW Nachfolger des Elektronischen Stellwerks (ESTW). Bei beiden prüfen und verarbeiten redundante Rechnersysteme die Stellbefehle der Fahrdienstleiter. Der Unterschied liegt in der Datenübertragung zwischen Stellwerk und Weichen, Signalen, Achszählern oder Bahnübergängen. 

 

Das geschieht beim ESTW über konventionelle, elektrische Schalttechnik mit Hilfe oft sehr langer Kabelbündel. Digitale Stellwerke übermitteln Stellbefehle auf Basis moderner Ethernet-Netzwerktechnik. Neben einer deutlich größeren Stellentfernung bietet dies den Vorteil, dass weitaus weniger Kabel erforderlich sind. Die bisher bestehende individuelle Verbindung vom Stellwerk zu jedem einzelnen Stellelement per Kabel entfällt.

Signaltechnik

Signaltechnik 4.0

Die neue DSTW-Technik beruht auf standardisierten Schnittstellen und einer neuen Plattformarchitektur. Das Herzstück bildet Trackguard Sinet. Informationsübertragung und Stromversorgung sind bei dieser neuen Technik voneinander getrennt. Der Datenaustausch zwischen dem Stellwerk und den Feldelementen wird via Ethernet erfolgen. 

 

Die große Herausforderung ist es dabei, die Sicherheitsanforderungen der DB für Infrastrukturtechnik zu erfüllen. Dafür sind unter anderem die Steuerungsgeräte von Siemens Mobility eigensicher und werden permanent vom Stellwerk aus überwacht. Trackguard Sinet bietet somit größtmögliche Sicherheit bei zeitgemäßer Technologie: uneingeschränkte Fernüberwachung, Outdoorfähigkeit, standardisierte Schnittstellen, IP-basierte Kommunikation und sofortige Einsatzbereitschaft. Die Experten von Siemens Mobility nennen das Signaltechnik 4.0. 

Ergänzend dazu setzt das Unternehmen auch Trackguard Sigrid ein – ein modernes und dezentrales Energieversorgungskonzept.

Wichtiger Schritt für die Zukunft

Die nächste Generation der Stellwerkstechnik ist bereits in Sicht: das „Interlocking in the cloud“. 
Michael Peter, CEO von Siemens Mobility, betont: „Die in Annaberg-Buchholz und Warnemünde verwendeten Lösungen sind ein wichtiger Schritt zum Stellwerk in der Cloud. Erstmals erteilt das Stellwerk seine Steuerungsbefehle IP-basiert an die angeschlossenen Feldelemente wie Weichen und Signale. Dies führt zu einer völlig neuen Flexibilität der Planung, ermöglicht intelligente Feldelemente und wird längerfristig positive Kosteneffekte generieren. Das alles natürlich unter Erfüllung höchster Sicherheitsanforderungen im Betrieb.“ 
Siemens Mobility testet die cloud-basierte Stellwerkstechnik bereits in einzelnen Pilotprojekten.

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