ERTMS für Norwegens gesamtes Schienennetz

Norwegens Schienennetz wird digital

Einführung des European Rail Traffic Management Systems (ERTMS) für das gesamte Streckennetz.
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Ein Land mit Pioniergeist

Norwegen als Vorreiter für den digitalisierten Schienenverkehr

Norwegen bezieht heute rund 93 Prozent seines Stroms aus Wasserkraft. Das Land ist Vorreiter in der Versorgung vieler Teile der Gesellschaft mit erneuerbarer Energie. Auch in Sachen Digitalisierung geht es in großen Schritten voran. So wird das Königreich als erstes Land sein Eisenbahnnetz mit rund 4.200 Streckenkilometern und mehr als 350 Bahnhöfen von einem zentralen Stellwerkssystem steuern und überwachen. Es ist eines der größten Digitalisierungsprojekte des Landes.

Norwegen verfolgt ein ehrgeiziges Vorhaben: Das Land möchte eine führende Rolle in der Nutzung digitaler Technologien im Bahnsektor einnehmen – mit dem modernsten Signaltechniksystem Europas. Das staatliche Bahninfrastrukturunternehmen Bane NOR SF wird über einen Zeitraum von siebzehn Jahren mehr als zwei Milliarden Euro in ein digitalisiertes und automatisiertes Signaltechniksystem investieren. Dies ist Teil seiner ERTMS-Initiative.

 

In diesem Rahmen hat Bane NOR SF im Jahre 2018 Siemens Mobility mit der Installation der Stellwerkstechnik, der Außenanlagen und des Europäischen Zugsicherungssystems ETCS L2 (European Train Control System Level 2) im gesamten norwegischen Bahnnetz beauftragt. Der Auftragswert beläuft sich auf rund 800 Millionen Euro.

Eine neue Eisenbahn-Ära

Manche Strecken, darunter auch viele einspurige Teilstrecken, werden noch vollständig manuell betrieben. Das Megaprojekt ist der Beginn einer neuen Ära für die Eisenbahn in Norwegen. Bane NOR hat 2018 eines der größten Digitalisierungsprojekte Norwegens für die Eisenbahn der Zukunft gestartet. Die Inbetriebnahme aller Strecken soll bis 2034 abgeschlossen sein, die Inbetriebnahme der ersten Strecken wird 2022 erfolgen, angeführt durch den ca. 500 km langen nördlichen Teil der Nordlandsbanen (Inbetriebnahme im Oktober 2022). Damit beginnt auch ein Wartungsvertrag, der bis 2059 terminiert ist.

Siemens bietet für das norwegische ERTMS-Programm eine Lösung der Spitzenklasse. Die herausragende technische Expertise und erwiesene Lieferfähigkeit haben uns davon überzeugt, dass Siemens der ideale Partner für uns und dieses herausfordernde Projekt ist. Wir sind hocherfreut, gemeinsam mit Siemens ein digitales Schienennetz entwickeln zu können.
Sverre Kjenne, Chief Operating Officer, Bane NOR  
Darstellung zu den Trends und Lösungen für den vernetzten Bahnverkehr von morgen

Wie die Digitalisierung die Bahninfrastruktur transformiert

Digitalisierung ist der Schlüssel zu erhöhter Verfügbarkeit, Automatisierung, Konnektivität und Nachhaltigkeit in der Bahninfrastruktur. Erfahren Sie mehr über unsere Zukunftsvision eines vernetzten und intelligenten Schienenverkehrs.

Infrastruktur wird intelligent

Neueste Infrastrukturtechnologie

Siemens Mobility wird das norwegische Bahnnetz mit dem ERTMS/ETCS Level 2 vom Typ Trainguard ausstatten. Auf den rund 4.200 Streckenkilometern kommen die Stellwerkstechnik vom Typ Simis W sowie das IP-basierte Streckenkommunikationssystem Sinet zum Einsatz.

Der Auftrag umfasst das komplette Signalsystem mit Stellwerken, ETCS Level 2 Systemen, Weichenantrieben, Gleisfreimeldeeinrichtungen, Bahnübergängen sowie der dazugehörigen Streckeninfrastruktur. Die Installation und Inbetriebnahme erfolgen bei laufendem Betrieb. Die Witterungsbedingungen (z.B. bis ca. -40 Grad) stellen eine besondere Herausforderung für Installation und Betrieb dar.

 

Zum Lieferumfang gehören: mehr als 5.000 Weichenantriebe, mehr als 7.000 Achszähler und mehr als 15.000 Eurobalisen. Ca. 430 Bahnübergänge werden erneuert, hinzu kommt ein Wartungsvertrag über 37 Jahre, beginnend mit der Inbetriebnahme der ersten Strecke im Jahr 2022.

 

Die neue digitale Signaltechnik erhöht die Sicherheit, Pünktlichkeit und Kapazität des Bahnnetzes und soll bis 2034 nach und nach in Betrieb gehen. Physische Hauptsignale an der Strecke werden in der digitalisierten Schieneninfrastruktur nicht mehr benötigt.

Dieses Projekt ist ein Meilenstein in der Geschichte der Signaltechnik und nur vergleichbar mit dem Schritt von Relaisstellwerken zu elektronischen Stellwerken in den 80er Jahren. Gemeinsam mit Bane NOR wird Siemens Mobility das gesamte norwegische Schienennetz in ein voll digitalisiertes, IP-basiertes System transformieren – ein echtes Internet der Dinge.
Michael Peter, CEO Siemens Mobility 

Von Norwegen nach Italien unterbrechungsfrei mit einer Lokomotive

Dank der Führerstandssignalisierung des ETCS Level 2 Systems kann Bane NOR zukünftig auf streckenseitige Signale verzichten. Ein weiteres Plus: Norwegen wird Anschluss an das gesamteuropäische Bahnnetz der Zukunft erhalten. ETCS-geführte Züge werden dann im Prinzip von Italien bis Norwegen fahren können, ohne unterwegs die Lokomotiven aufgrund nationaler Zugbeeinflussungssysteme tauschen zu müssen. Das System ist eine Schlüsselkomponente bei der grenzüberschreitenden Vernetzung des Bahnverkehrs in Europa; es soll die derzeit über 20 verschiedenen Zugsicherungssysteme ersetzen.

 

Das ETCS Level 2 System reduziert die Infrastrukturkosten erheblich und erhöht gleichzeitig die Streckenkapazität dank verbesserter Zugdichte und reduzierter Fahrzeiten. Dem Zugführer werden alle relevanten Informationen ständig direkt im Fahrerstand angezeigt. Für die Nutzer des norwegischen Schienennetzes, sowohl im Passagier- als auch im Güterverkehr, bedeutet dies eine Erhöhung der Kapazität des Netzes, bessere Verfügbarkeit und Pünktlichkeit: mehr Züge können in engerem Abstand das vorhandene Netz nutzen, und Verspätungen, Störungen und Ausfälle werden deutlich minimiert.

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